Flagge zeigen 28.07.2008
Es ist ja nun so, dass viele von Ausländern betriebene Lokalitäten in Peking nicht so recht wissen, wie sie
sich in Zeiten chinesischer Olympia-Euphorie taktisch korrekt verhalten sollen. Einerseits führen die
meisten von ihnen ihren geschäftlichen Erfolg - und zwar auch und gerade beim chinesischen Publikum -
darauf zurück, dass sie eben aus dem Ausland sind: das italienische Restaurant, der französische Juwelier,
der deutsche Biergarten oder der japanische Sushi-Imbiss.Den Betreibern ist jedoch nicht entgangen, dass mit der herannahenden Olympiade eine Patriotismuswelle
ungeahnten Ausmaßes durch das Land schwappt. So werden denn an vielen der genannten Orte die
Landesflaggen eingeholt, man will schließlich Negativemotionen vermeiden. 
In einigen Fällen gehen die Geschäfte nun sogar dazu über, sich dem chinesischen Patriotismus an die
Seite zu stellen und sich chinesisch zu beflaggen. Dazu gehört beispielsweise das sonst sehr amerikanisch
auftretende Hard-Rock-Cafe am östlichen Dritten Ring oder - ganz in der Nähe - auch der vom
deutschen Metzger Schindler betriebene stadtbekannte deutsche Feinkostladen. Von letzterem ist wegen
der überdimensionalen chinesischen Flagge am Eingang kaum noch der Namenszug des Geschäfts lesbar. Im übrigen gilt diese Tendenz nicht nur für Geschäfte, sondern auch für die Werbung großer
Markenartikler. So schalten Firmen wie adidas oder Coca-Cola schon seit Monaten Werbung, deren
Wirkung komplett auf den chinesischen Patriotismus abstellt. Bei Gelegenheit werden wir vielleicht ein
paar Beispiele in einer Fotogalerie zusammenstellen. In diesem Sinne: Zhongguo jiayou! ("China vor", der traditionelle Anfeuerungsruf der Chinesen bei
Sportveranstaltungen)
Quelle: INSIDE A
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