31 + 1 oder die große Ungerechtigkeit 01.08.2008
Also, ich will mich ja nicht beschweren, aber das geht jetzt doch zu weit. Da hat man sich ein Auto
gekauft, die chinesische Führerscheinprüfung gemacht oder bei Bedarf auch einen Führerschein gekauft,
sich lebensverachtend in den Pekinger Verkehr gestürzt - und dann das. Wie bekannt, gelten seit dem 21. Juli in Peking umfangreiche Verkehrsbeschränkungen. An allen geraden
Tagen wie 22, 26, 02, 08 oder 16 dürfen die PKW fahren, deren Kennzeichen mit einer geraden Ziffer
enden, an allen ungeraden Tagen die mit einer ungeraden Ziffer am Ende. Klang für mich nach einer
Zumutung, aber zumindest nach einer fairen, jeder muss gleichermaßen leiden. Mit dem heutigen Tage wurde mir jedoch schlagartig klar, dass hier eine große Ungerechtigkeit stattfindet,
der ich machtlos gegenüber stehe. Denn leider haben sich die Chinesen in ihren offiziellen Dingen bereits
vor langer Zeit von ihrem Mondkalender verabschiedet und nutzen den gregorianischen Kalender. Dieser
legt fest, dass auf den 31. Juli der 01. August folgt. Zwei ungerade Tage nacheinander! Ich fühle mich
abermals enteignet, beraubt, bestohlen und betrogen. Aber ich werde mich rächen. Am 02. August werde ich ganztägig durch die Stadt fahren und Staus
verursachen, wo es nur geht. Wenn ich so drüber nachdenke: das könnte einer der Gründe sein, warum trotz Verkehrsbeschränkung
noch immer täglich Staus entstehen, wenn auch deutlich weniger als sonst üblich. Die Pekinger
Automobilisten kompensieren ihren Autoentzug vom Vortag am folgenden durch übermäßigen
Fahrgenuss. Wäre plausibel.
Quelle: INSIDE A
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